Recycling von nicht weiter verwendbaren Rohstoffen

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Recycling von nicht weiter verwendbaren Rohstoffen

Recycling von Kunststoffgranulat

So entstehen Produktionsabfälle

Im Zuge der Produktion von Spritzgussteilen kommt es auch immer zu Ausschüssen und Produktionsabfällen. Dabei handelt es sich insbesondere um:

  • Formteile mit Maßabweichungen
  • Angüsse des Spritzgussteils
  • Randabschnitte.

Diese Abfälle wiederzuverwenden ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Denn jeder Rohstoff, der wiederverwendet werden kann, muss nicht neu produziert und eingekauft werden.

So kann Umweltschutz mit ökonomisch sinnvollem Handeln kombiniert werden. In diesem Fall von „Abfällen“ zu reden ist daher eigentlich nicht korrekt. Es handelt sich vielmehr um „Reste“, die für die weitere Produktion recycelt und wiederverwendet werden können.

Kunststoffgranulat für den Spritzguss von Bauteilen aus Plastik

Der Unterschied im Ausschuss

Um Rohstoffe aus Produktionsabfällen und Resten wiederverwenden zu können, müssen diese genau betrachtet werden. Dabei sind zwei Punkte besonders wichtig:

  1. Das Material muss die spezifizierten Anforderungen erfüllen, damit es dem Produktionskreislauf vom Spritzguss wieder zugeführt werden kann.
  2. Das Material darf keine Unreinheiten und Verschmutzungen aufweisen.

Um diese Eigenschaften zu gewährleisten, gilt es sich anzuschauen, woher das zur Wiederverwertung gewonnene Material stammt.

  • Stammt das Material aus einem werkstoffgerechten Prozess, der stabil verlaufen ist, so kann davon ausgegangen werden, dass der Zustand des Werkstoffes weithin bekannt ist.

Die hieraus gewonnen Rohstoffe können ein zweites Mal in den Produktionszyklus hinzugeführt werden, da das Material die spezifizierten Eigenschaften besitzt. Es kann als „Abfall zur Verwertung“ deklariert werden und somit weiterhin werkstofflich genutzt werden.

  • Stammt das Material aus Sondersituationen, so kann die Einhaltung der spezifizierten Eigenschaften nicht garantiert werden. Sondersituationen treten in jeder Produktion auf und können beispielsweise sein:
    • Anlaufphasen der Maschinen
    • Produktionspausen
    • Defekte an den Maschinen
    • Erprobungen der Werkzeuge.

Rohstoffe, die aus diesen Sondersituationen stammen, dürfen nicht für die weitere Produktion verwendet werden. Die spezifizierten Eigenschaften können nicht mehr garantiert werden, da das Material unterschiedlichen Temperaturen, Stoffeinwirkungen oder schwankendem Druck ausgesetzt war.

Material aus Sondersituationen muss daher als „Abfall zur Entsorgung“ ausgeschrieben werden. Die Materialqualität kann nicht mehr garantiert werden, weshalb eine weitere direkte werkstoffliche Verwendung ausgeschlossen werden muss.

Wie wird das Material recycelt?

Während Material, dessen Qualität weiterhin garantiert werden kann, direkt wieder in die Produktion einfließt, kann auch nicht direkt wiederverwendbares Material recycelt werden. Hierzu werden die Produktionsabfälle zu Mahlgut verarbeitet und dem Rohstoffhandel zugeführt.

Rohstoffe, die nicht mehr weiterverwendet werden können, können durch intelligentes Recycling somit weiter dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. In der Spritzgussfertigung gilt ein Anteil von 5 % recyceltem Material als akzeptabel.

Das Granulat wird während des Produktionszyklus dem Hauptrohstoff zugeführt. So können nicht nur wertvolle Rohstoffe eingespart werden. Auch die Umweltbelastung durch zu hohe Mengen an Abfall kann gesenkt werden.

Besonders in Zeiten, in denen der Schutz unserer Umwelt immer wichtiger wird, setzen Unternehmen somit ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich profitieren die Unternehmen von Einsparungen durch einen geringeren Materialaufwand.

Ein zu hoher Anteil an recyceltem Material sollte jedoch vermieden werden, da dieser die Materialeigenschaften des Endprodukts beeinflussen kann. Insbesondere die Schlagfestigkeit, aber auch die Anfälligkeit gegenüber Temperaturschwankungen können davon betroffen sein.

Fazit

Die Rohstoffe auf der Erde werden immer knapper. Gleichzeitig werden die Folgen der Belastung durch Umweltschädigungen immer stärker spürbar. So ist im Besonderen zum Schutz unserer Umwelt auf ein sinnvolles Recycling von Rohstoffen Wert zu legen. Schließlich bildet die Erde mit ihrem Ökosystem unser aller Lebensgrundlage.

Auch aus unternehmerischen Gesichtspunkten bietet die Kreislaufwirtschaft Vorteile. Während wiederverwendbare Rohstoffe Kosten im Einkauf sparen, können Rohstoffe, die selbst nicht mehr genutzt werden können, dem Rohstoffhandel zugeführt werden.

So ergeben sich nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile für die Unternehmen, die auf ein effektives Recycling und einen schonenden Umgang mit Rohstoffen setzen.

2019-10-16T12:42:48+00:00